Der Weg zur Telearbeit

 

 

  Die ersten Schritte

 

Während des sprachwissenschaftlichen Studiums arbeitete ich für verschiedene am Studienort ansässige Firmen und zwar zu einer Zeit, in der Telekommunikation noch aus Telefon und Telex bestand. Auch mechanische Schreibmaschinen waren noch überwiegend im Einsatz. Der ersten elektrischen Schreibmaschine begegnete ich bei Texas Instruments und dann ging es in Riesenschritten weiter zu IBM und einem Textbearbeitungsautomaten (dem Vorläufer des heutigen PC).
Auch nach Abschluss des Studiums hatte ich das Glück, in sehr innovativen Firmen zu arbeiten. Als Direktionsassistentin im Produktionsbereich eines mittelständischen Unternehmens plante ich im Rahmen des Projektes "Humanisierung der Arbeitswelt" die Einführung von "Schreibautomaten mit Speichermöglichkeit". Hier begegnete ich zum ersten Mal den Widerständen, die der Mensch der Technik gegenüber haben kann, vor allem wenn sich diese in seinen Arbeitsbereich "einmischt". Durch behutsame Schulungen am Arbeitsplatz wuchs innerhalb kurzer Zeit die Akzeptanz und das neue "Werkzeug" wurde vielfach sogar mit Begeisterung eingesetzt.

 

  Der Schritt in die Selbständigkeit...

 

… begann in der "Familienphase" - ziemlich genau zu dem Zeitpunkt, als beide Kinder in den Kindergarten kamen. Eine dauernde Tätigkeit außerhalb des Hauses kam für mich nicht in Frage und so arbeitete ich als Dolmetscherin und Übersetzerin für verschiedene Firmen. Die Spezialisierung auf den Bereich Hydraulik/Mechanik führte dann zu einer Tätigkeit als Telearbeiterin, die es damals als Schlagwort noch gar nicht gab. Um die zunehmende Arbeit auch weiterhin alleine bewältigen zu können, tauschte ich die elektrische Schreibmaschine gegen meinen ersten Personal Computer (1986). Ab diesem Zeitpunkt verschickte ich nicht mehr kiloweise Papier sondern kleine handliche Disketten.

 

  Der endgültige Schritt ins Zeitalter der Telekommunikation

 

… begann mit der Teilnahme an einer EU-Fördermaßnahme für Existenzgründer, dem COMUTECH-Projekt, Mitte 1996. Per Videokonferenz und E-Mail wurden 6 Monate lang Lehrinhalte an Teilnehmer aus der ganzen BRD vermittelt. Nach einigen Wochen habe ich die Seiten gewechselt und war nicht mehr Teilnehmerin sondern Trainerin. Meine Schwerpunkte hierbei waren:

  • Telekommunikationstraining

  • Interkulturelles Management Training

  • Planspieltraining

  • Train the Teletrainer

Das Training erfolgte nur noch teilweise als Präsenzunterricht - überwiegend jedoch als Teletraining, d.h. jeder Teilnehmer und der Coach saßen zu Hause oder in der Firma an seinem Arbeitsplatz und war mit den anderen nur per Videokonferenz verbunden. Gemeinsam genutzte Datenbanken, Diskussionsforen und E-Mailverkehr rundeten die Kommunikationsbasis ab. Seit Anfang 2000 wurden neue virtuelle Klassenzimmer im Internet erprobt und  in die Praxis umgesetzt.

 

  Die Tätigkeit als Telearbeiterin / Teletrainerin

 

Die freiberufliche Tätigkeit als Telearbeiterin und die Nutzung aktueller Informations- und Kommunikationstechnologien ermöglichte es mir, ortsunabhängig folgende Aufgaben für verschiedene Unternehmen zu erledigen:



Leitung der Verwaltung eines virtuellen Unternehmens
Organisationsentwicklung
Mitarbeit beim Aufbau eines Teleservice-Center
Konzeption von Trainings
Schulung von Tele-Trainern
Echtzeitfortbildung für LehrerInnen


Inzwischen bin ich in einem ganz anderen Bereich tätig, kann jedoch bei meiner Arbeit die erworbenen Fertigkeiten sehr gut einsetzen. Man lernt nie aus - und irgendwann braucht man fast alles :-).