Texte, die mir etwas bedeuten

Leben ist "Wird's besser? Wird's schlimmer?"
fragt man alljährlich.
Seien wir ehrlich:
Leben ist immer
lebensgefährlich.

(Erich Kästner)
 
Nur der Schwache wappnet sich mit Härte. Wahre Stärke kann sich Toleranz, Verständnis und Güte leisten.

Boesche-Zacharowski
Schwache
 
La nature nous a donné La nature nous a donné une langue et deux oreilles afin que nous écoutions le double de ce que nous disons.

Die Natur hat uns einen Mund und zwei Ohren gegeben damit wir doppelt so viel zuhören, wie wir sprechen.

Zénon
 
Die Menschen bauen zu viele Mauern
und nicht genügend Brücken

Isaac Newton
Brücken
 
Ce que j'ai perdu en faisant confiance Ce que j'ai perdu en faisant confiance aux autres peut se calculer; mais ce que j'ai gagné par le même moyen est inestimable.

Was ich verloren habe, indem ich anderen vertraute, ist berechenbar. Aber was ich auf die gleiche Weise gewonnen habe, ist unschätzbar.

Gilbert Cesbron
 
Tous les changements, même les plus souhaités, ont leur mélancolie.

Alle Veränderungen, auch die am meisten ersehnten, haben ihre Melancholie

A. France
Tous les changements
 
Wir entscheiden uns nicht gern für das Unbekannte Wir entscheiden uns nicht gern für das Unbekannte, denn es könnte erschreckend, enttäuschend oder nur einfach etwas sein, dem wir uns nicht gleich gewachsen fühlen. Und doch ist das Unbekannte mit all seinen Enttäuschungen und Überraschungen das, was uns am meisten gibt.

(Anne Morrow Lindbergh)
 
Eine der größten Schwierigkeiten bei der Selbstveränderung liegt darin begründet, dass viele Menschen, die sich in ungünstigen Situationen befinden, paradoxerweise dazu neigen, den Ist-Zustand gegenüber der Veränderung zu bevorzugen.

Der Grund dafür liegt nicht etwa - wie so oft gesagt wird - in der Bequemlichkeit. Im Gegenteil, es ist oft beeindruckend, wie viel Energie Menschen aufbringen, um einen Zustand beizubehalten, unter dem sie leiden.

Das Neue, Unbekannte ängstigt, lieber bleibt man beim alten Zustand, auch wenn dieser noch so belastend ist - aber er ist zumindest vertraut.

Eine der größten Schwierigkeiten
 
Seltsam, im Nebel zu wandern! Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

Voll Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.

Hermann Hesse

 
Und auf einmal merkst du äußerlich:
Wie viel Kummer zu dir kam,
Wie viel Freundschaft leise von dir wich,
Alles Lachen von dir nahm.
Fragst verwundert in die Tage.
Doch die Tage hallen leer.
Dann verkümmert Deine Klage …
Du fragst niemanden mehr.
Lernst es endlich, dich zu fügen,
Von den Sorgen gezähmt.
Willst dich selber nicht belügen
Und erstickst, was dich grämt.
Sinnlos, arm erscheint das Leben dir,
Längst zu lang ausgedehnt. ...
Und auf einmal ...:
Steht es neben dir,
An dich angelehnt ...
Was?
Das, was du so lang ersehnt.

Joachim Ringelnatz
Und auf einmal steht es neben dir
 
Es ist was es ist Als du weg warst,
wollte ich mich an dich klammern, dich umfassen,
die ganze Welt in diese Umarmung einschließen.
Ich reichte dir meine Hand und fühlte Wärme in dir – als du weg warst.

Nun bist du da und meine Hände greifen ins Leere;
Ganz nah da und doch zu weit weg um zu begreifen.
Meine Arme schwimmen auf der Distanz zwischen uns,
schlingen sich um die Sehnsucht, die aus der Erinnerung kriecht.
Einst war alles einfach, schwerelos, unverbogen.

Ein Atemzug noch – und gelassene Ruhe erfüllt mich.
Meine Arme sind so, wie sie immer waren:
Geboren, um dich zu halten.

Ingrid Bichler, 2010
 
Das Leben wäre vielleicht einfacher
wenn ich Dich gar nicht getroffen hätte

Weniger Trauer jedes Mal
wenn wir uns trennen müssen
weniger Angst
vor der nächsten und übernächsten Trennung

Und auch nicht soviel
von dieser machtlosen Sehnsucht
wenn Du nicht da bist
die nur das Unmögliche will
und das sofort im nächsten Augenblick
und die dann, weil es nicht sein kann
betroffen ist und schwer atmet

Das Leben wäre vielleicht einfacher
wenn ich Dich nicht getroffen hätte
Es wäre nur nicht
mein Leben
(Erich Fried)
Das Leben wäre vielleicht einfacher
 
Loslassen
Loslassen

Wenn Du einen besonders schönen Vogel findest und Du willst ihn behalten, dann lass ihn fortfliegen, wenn er zurückkommt, dann gehört er Dir, wenn er fort bleibt, wäre er nie Dein Vogel gewesen.

chinesisches Sprichwort
 
Dezember 2001

Du altes Jahr, nun ist die Zeit gekommen,
auch deine Tage sind nun schon gezählt.
Ich stehe da und bin noch ganz benommen
und doch sind alle Weichen schon gestellt

Du altes Jahr, was hattest du versprochen,
als du noch neu warst wie ein weißes Blatt.
Wer hat deine Versprechen nur gebrochen
und warum bist du jetzt so müd und matt?

Bald heißt es, auch von dir Abschied zu nehmen
du hast so viele Abschiede gebracht
es bleibt in mir ein stummes Sehnen
es bleiben mir die Sterne in der Nacht

Du gehst. Ich werde noch ein bisschen bleiben
Gedanken jagen wild durch mein Gemüt
Ich werde dir ein Abschiedsbrieflein schreiben
von allem was geschah und noch geschieht

Du altes Jahr, ich seh die Silberstreifen
die deine Zeit dir in die Strähnen flocht
ich seh dich nochmals nach den Sternen greifen
doch kleiner, immer kleiner wird dein Docht.

Es bleiben uns nur noch ein paar Momente
dankbar zu sein – für alles, was geschah
und dann, ja dann ist deine Zeit zu Ende
und ICH BIN NOCH DA!

Ingrid Bichler 2001
Du altes Jahr, nun ist die Zeit gekommen, border=