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Ein Jahr Nun starb das Jahr. Auch dieses ging daneben. Längst trat es seinen Lebensabend an. Es lohnt sich kaum, der Trauer hinzugeben, weil man sich ja ein neues leisten kann. Man sah so manches Jahr vorüber fliegen, und der Kalender wurde langsam alt. Das Glück gleicht eleganten Luxuszügen und wir der Kleinbahn ohne Aufenthalt. Im Wintersportgebiet hat's Schnee gegeben. Wer Hunger hat, schwärmt selten für Natur. Silvester kam und manches Innenleben bedarf der fristgemäßen Inventur. Das Geld regiert. Wer hat es nicht erfahren, dass Menschenliebe wenig Zinsen trägt. Ein braver Mann kann höchstens Worte sparen, wenn er die Silben hübsch beiseite legt. Die Freundschaft welkt im Rechnen mit Prozenten. Bald siehst Du ein, dass keiner helfen kann. Du stehst allein. Und die, die helfen könnten, die sagen höchstens: ".. ruf uns doch mal an." Nun starb ein Jahr - man lästre nicht am Grabe! Doch wenn das Leben einer Schule gleicht, dann war dies Jahr ein schwach-begabter Knabe und hat das Ziel der Klasse nicht erreicht. Tucholsky |
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