florentineAls ich dachte, ich könnte alle Haare verlieren, haben mir die Bilder von den Frauen Angst gemacht, die keine hatten - und auch keinen Mut, wenn sie dabei lachten! Die jungen Frauen sahen toll aus, das stimmt - ich aber war älter und wusste, dass meine Haare meine Identität deutlich mit trugen. Mir machte Mut, wie sie mit dem haarlosen Kopf umgingen - und so war es leider - wie sie ihn versteckten! Unter Tüchern, Perücken oder Mützen! "Ohne Haare" sah für mich so "gezeichnet" aus - und egal, ob wir gegen solche Art des Denkens kämpfen - das Gefühl in dem Moment ist, glaub ich, bei ganz vielen so! Ich kam mir sowieso vor, als sei ich aus der Welt gefallen - und nun sollte es auch jeder sehen? Ich auch noch? Den Schrecken in den Augen der anderen? Nicht vor jedem und zu jeder Zeit war mir so eine "Offenlegung" meiner Erkrankung angenehm! Ich war mir klar, ohne Perücke wollte ich nicht! Meine Nachbarin hat mir geholfen - sie trug eine Perücke, die hab ich nicht gleich bemerkt, erst als sie es mir erzählte - und eines Tages kam darunter ein zauberhafter, kurzgeschnittener Kopf hervor - und sie sah toll aus mit den eigenen Haaren! Das machte Mut! Deshalb fände ich es schön, wenn die Frauen ohne Haare gleichzeitig zeigen, was sie so erfunden haben - oder wie sie es schafften, nichts erfinden zu müssen - wie lange das ganze gedauert hat - und wie sie jetzt aussehen!! Ja, und wenn auch die Nebenwirkungen der haarlosen Zeit sicher geringer sind als die der Chemo - die Angst nun auch noch äußerlich ausgegrenzt zu werden ist trotzdem - gegen alle Vernunft - für viele auch riesengroß!
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